Puławy entstand am Anfang des 17. Jahrhundert als kleine an der Weichselüberfahrt liegende Siedlung. In den Jahren 1671-76 ließ Marschall Stanislaw Herakliusz Lubomirski auf einem hohen Steilhang an der Weichsel einen halbbefestigten Barockpalast nach einem Projekt von Tilman von Gameren bauen.
Im Jahr 1702 kam Puławy in den Besitz der Familie Sieniawski. Während des Nordkrieges wurde der Palast 1706 von den Schweden niedergebrannt. Sein Wiederaufbau wurde 1722 von S.H. Lubomirskis Tochter, Elżbieta Sieniawska, begonnen und fortgesetzt von deren Tochter, Zofia Denhoffowa, die 1731 Prinz August Czartoryski heiratete.
Puławy ging auf diese Art und Weise in den Besitz der Familie Czartoryski über. Damals wurde Puławy zu einem wichtigen Zentrum des politischen und kulturellen Lebens, auch „Polnisches Athen“ genannt. Am Hofe des Prinzen Adam Czartoryski und seiner Gattin Izabella von Fleming waren bekannte Künstler zu Gast, wie: Grzegorz Piramowicz, Franciszek Dionizy Kniaźnin, Julian Ursyn Niemcewicz, Jan Paweł Woronicz, Franciszek Zabłocki und andere.
1792 reiste die Familie Czartoryski nach England. Dort erreichte sie die Hiobsbotschaft, dass Pulawy im polnisch-russischen Krieg zerstört und geplündert worden war. Prinzessin Izabella kehrte am 19. Juni 1796 ins verwüstete Pulawy zurück und begann mit der Restaurierung ihrer Residenz. Noch ganz unter dem Eindruck der Englischen Parks, die sie auf ihren Reisen besucht hatte, plante die Prinzessin eine Gartenresidenz in ganz neuem Stil, in die sie Elemente der hiesigen Landschaft und Natur einbeziehen wollte. Im Park von Pulawy ließ sie Rabatten der verschiedensten Arten von Bäumen und Sträuchern mit unterschiedlicher Höhe und Farbgebung anlegen und die Alleen in Sichtachsen zu Gartenpavillons, Denkmälern und Skulpturen verlaufen.
Im 1801 erbauten Tempel der Sybille, einer Nachbildung des Tempel der Vesta in Tivoli bei Rom, fanden nationale Andenken an bekannte Polen, Könige und Heerführer ihren Platz. Darunter befanden sich Schwerter, die der Großmeister des Kreuzritterordens Wladyslaw Jagiello vor der Schlacht von Grunwald zum Geschenk gemacht hatte, Fahnen von Grunwald, Stefan Batorys Säbel, Marschallsstäbe und -fahnen, aber auch Miniaturen von Denkmälern und Sarkophagen mit Reliquien großer und berühmter Polen wie Boleslaus der Tapfere, Stefan Zolkiewski, Jan Kochanowski oder Nikolaus Copernicus.
In den Jahren nach dem Aufstand wurde Pulawy zur Kreisstadt (1867), und 1906 erhielt es auch die offiziellen Stadtrechte verliehen. 1915 verließen die Russen die Stadt und drei Jahre später deren Nachfolger, die Österreicher. Es brach die Zeit der Wiedergeburt Polens an. Die wichtigste Veränderung in Pulawy war die Eröffnung des Staatlichen Wissenschaftlichen Instituts für Dörfliche Wirtschaft anstelle der früheren land- und forstwirtschaflichen Lehranstalt. Nach etlichen Umgestaltungen besteht dieses Institut noch heute - seit vielen Jahren arbeitet es als Institut für Ackerbau, Düngerwirtschaft und Bodenkunde. Nach dem II. Weltkrieg entstand ein zweites wissenschaftliches Zentrum - das Veterinärinstitut. Aktuell ist Puławy eine Stadt vieler Institute. Zu den bedeutendsten gehören:
• Institut für Ackerbau, Düngung und Bodenkunde (IUNG)
• Staatliches Institut für Veterinärmedizin (PIW)
• Institut für Kunstdünger (INS)
• Abteilung für Imkerei des Instituts für Obstbaumkunde und Blumenzucht in Skierniewice
• Zentrum für Veterinärforschungen des Militärinstituts für Hygiene und Epidemiologie.
Die in den sechziger Jahren getroffene Entscheidung, bei Puławy ein Chemiewerk – die heutigen Zakłady Azotowe „Puławy“ S.A. – zu errichten, veränderte das Gesicht dieser Stadt radikal. Sie hatte einen dynamischen Bevölkerungszuwachs zur Folge. Zahlreiche Sehenswürdigkeiten, abwechslungsreiche und malerische Landschaften und sich immer weiter entwickelnde touristische Basis laden zur Erholung ein, interessante Objekte und attraktiv gelegene Gründstücke reizen zu neuen Investitionen ein.